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Gute Nacht Geschichte - Fior

Die neue Fixleintuchserie von kollektiv vier erzählt vom Sommer und bringt ihn zu dir ins Schlafzimmer. Zu jedem Fixleintuch bekommst du eine Gute Nacht Geschichte mitgeliefert. In diesem Beitrag erzählen wir dir die Geschichte zu FIOR.


«Es summt und zirpt. Alle sind unterwegs an diesem frühen Nachmittag – auch Reinhold. Er ist ein unglaublich stolzer Käfer und weiss, dass er sehr schön ist. Mit seinem schimmernden Panzer beeindruckt und bezaubert er alle. Doch heute ist etwas anderes viel wichtiger: die Quarzrose! Gemeinsam mit dem summenden Volk ist er unterwegs zu ihr und platzt fast vor Vorfreude. Kaum jemand hat die Quarzrose bisher gesehen. Ludmilla meint, sie blühe nur alle sieben Jahre und nur genau 24 Stunden lang – und welcher Käfer lebt schon so lange? Reinhold ist nicht nur selbst stolz ein schöner Käfer zu sein, er liebt generell das Schöne auf der Welt. Dass also ausgerechnet er einer der Glücklichen ist, der die blühende Quarzrose zu sehen bekommen soll, macht ihn nervös.



Heute Morgen hat er seine sieben Sachen gepackt, kurz seinen Panzer poliert und ist losgeflogen. Je höher er fliegt, desto kleiner wird alles – wie schön doch die Sicht von oben auf die Dinge ist, summt er vor sich hin. Er beobachtet, wie Ludmilla immer kleiner wird, bis sie nur noch als winziger Punkt zu sehen ist. Dann fliegt er wieder tiefer, alles wird grösser und klarer. Er macht sich einen Spass daraus, nahe über eine Wiese zu fliegen und sich den Bauch der feinen Grashalme kitzeln zu lassen. Bald schon wird Reinhold müde, setzt sich auf ein Blatt und packt sein Picknick aus. Da hört er ein Räuspern: «Hm-hm.» Reinhold schaut sich um. «He, du sitzt auf meinem Blatt. Was machst du da?» Nun sieht er eine Blume, die sich über ihn beugt. Es ist Klea die Kleeblume. Reinhold erzählt Klea die Geschichte der Quarzrose, von ihrer geheimnisvollen Schönheit. Und während er über Schönheit philosophiert, wird Klea nachdenklich: «Ich weiss gar nicht wie ich aussehe. Ich kann meinen Nektar riechen und meine Blätter sehen, aber wie mein Kopf aussieht, weiss ich nicht. Bin ich eine schöne Blume?» fragt Klea. Reinhold schaut sie erstaunt an und versucht ihre Blütenpracht mit Worten zu beschreiben. Um ihn besser zu verstehen, neigt sich Klea etwas näher über Reinholds Panzer. «Reinhold» ruft sie auf einmal ganz aufgeregt: «Ich sehe mich in deinem Panzer! Du hast die Eigenschaft eines Spiegels.» Nun wird auch Reinhold aufgeregt – er spiegelt Klea? Das heisst, dass sein Kleid verschiedene Farben und Formen annehmen kann. Diese Erkenntnis gefällt ihm sehr und freudig wird ihm klar, dass er in Kürze das Kleid der Quarzrose anziehen kann. «Tschüss Klea, auf Wiedersehen!» summt er ihr zu und fliegt wieder los. Eine Sommerbrise begleitet ihn im Flug und nach einer Weile riecht er einen frischen, herben und anziehenden Duft. Im Flug trifft er wieder auf Ludmilla und freudig surren sie weiter. Immer mehr Bienen, Ameisen, Grashüpfer, Käfer und Libellen gesellen sich zu ihnen. Eine bunte Parade von Insekten. Schwebend, hüpfend und kriechend schreiten sie voran bis sie auf einmal ihr Ziel erblicken. Es herrscht ein Moment der Stille. Voller Anmut streckt sich die Quarzrose und öffnet ihre Blütenblätter.»






















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